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«Nachhaltigkeit war schon immer in der DNA unseres Unternehmens»

Ein Gespräch mit Maja Bürkli und Robert Plichta der bb trading werbeartikel ag.
Porträt Maja Bürkli schwarz weiss
Porträt Robert Plichta

Seit gut einem Jahr ist bb trading werbeartikel ag der Merchandisingpartner von EQUANS Schweiz. bb trading werbeartikel ag nimmt eine Vorreiterrolle in der Welt der Werbeartikel ein, wenn es um die Nachhaltigkeit ihrer Produkte geht. Was sie dazu macht, wie sie sich von ihren Mitbewerbern unterscheiden und was sie für die Zukunft geplant haben, haben sie uns in einem Gespräch erzählt.

Wer seid ihr, wer ist bb trading werbeartikel ag, was macht ihr und wieso?
Maja:
Ich bin Maja Bürkli (Corporate Social Responsibility, Einkauf, Co-Chair amfori BSCI) und bin seit 24 Jahren im Unternehmen. Die Firma bb trading werbeartikel ag hat als Familienunternehmen (bb kommt von Briegger und Böniger) angefangen und hat sich früh im Werbeartikelbereich positioniert. Nachhaltigkeit war schon immer in der DNA unseres Unternehmens und als die Migros einer unserer Kundinnen wurde, hiess es, dass wir amfori BSCI beitreten sollen. Das hatten wir sowieso vor und somit wurden wir zum ersten Werbeartikelanbieter dort Mitglied. Wir waren auch der erste Werbeartikelanbieter mit myclimate-Zertifikat und EcoVadis-Platinauszeichnung auf dem Schweizer Markt und neu seit dem 1.1.2022 die ersten, die das ganze Sortiment CO2-kompensieren.

Robert: Ich bin Robert und bin insgesamt seit 9 Jahren hier. Ich kam nach meiner Ausbildung und einem Praktikum zum Unternehmen und habe 6 Jahre wertvolle Erfahrungen gesammelt. Danach war ich für ein paar Jahre weg und arbeite jetzt wieder seit 3 Jahren hier. Ich bin Senior Key Account Manager und betreue Grosskunden wie EQUANS Services AG. Der Beweggrund für meine Rückkehr war die Entwicklung der Unternehmung und dass wir uns mittlerweile nicht mehr als klassischer Werbeartikelhändler, sondern als Sourcingspezialist, etablieren konnten. Unsere Kernkompetenz sind noch immer die klassischen Werbeartikel, jedoch steigt das Bedürfnis bei den Kunden nach einem Anbieter welcher darüber hinaus andere Artikel wie professionelle Berufsbekleidung oder teils sogar Wiederverkaufsartikel abdecken kann.

Maja, du hast von amfori BSCI gesprochen, was ist das genau?
Maja:
Das ist ein Sozialstandard, welcher aber nicht als Label auftritt. Eine Drittorganisation auditiert Unternehmen anhand des Organisationskodex. amfori BSCI hat eine Plattform, auf der man prüfen kann, ob eine Firma auditiert wurde und welches Ergebnis sie hatte. Wie bei einer ISO-Zertifizierung werden die Firmen jedes Jahr wieder neu auditiert, ausser sie haben die Note A oder B erreicht, dann werden sie erst nach zwei Jahren wieder bewertet. Geprüft wird z.B. ob es keinen Rassismus und keine Kinderarbeit gibt oder ob die Sicherheit am Arbeitsplatz gewährleistet ist. Bei uns sind mittlerweile knapp 80% der Lieferanten auditiert. Wieso nicht noch mehr? Wir bieten ein sehr breites Sortiment an und teils generieren wir bei einzelnen Lieferanten nur einen geringen Umsatz, dort haben wir dann wenig Einfluss auf die Motivation eines Produzenten für ein Audit. Ausserdem wären die Kosten für das Audit, welches meistens wir bezahlen, oft höher als der Auftragswert. Wir versuchen aber alle Produzenten immer wieder für ein Audit zu motivieren und unterstützen sie auch entsprechend.

Also ist es so, dass ihr dem Lieferanten sagt, dass er dieses Audit machen muss?
Maja:
Ja, genau und mittlerweile haben alle unserer knapp 80% auditierten Fernostlieferanten ein A-, B- oder C-Rating.

Ihr habt eine Platinauszeichnung von EcoVadis. Wie seid ihr zu dieser Auszeichnung gekommen und was bedeutet sie für euch?
Maja:
Wir dachten irgendwann, es wäre eine gute Idee, uns einem externen Rating zu unterziehen, um zu zeigen, dass wir auch wirklich so viel machen, wie wir vorgeben. Natürlich hatten wir nicht direkt eine Platinauszeichnung, da bei uns vieles selbstverständlich war bzw. viele Prozesse entsprechend nicht niedergeschrieben waren und nicht belegt werden konnten. Das konnten wir aber ändern und so haben wir letztes Jahr die Platinauszeichnung erhalten. Dies als erster und einziger Werbeartikelhändler in der Schweiz, denn diese Auszeichnung erreichen nur 1% aller bewerteten Unternehmen. Für das nächste Rating heisst das aber auch, dass wir noch eine Schippe drauflegen müssen. Da wir jetzt aber das ganze Sortiment CO2-kompensiert haben, glaube ich, dass wir das auch schaffen werden.
 

Was unterscheidet euch von euren Konkurrenten?
Maja:
Wir haben ein eigenes Tool, mit dem wir genau berechnen können, welche Lieferung wie viel CO2 ausstösst. Dabei können wir verschiedenste Aspekte wie Material, Gewicht, unterschiedliche Transportwege usw. einbeziehen, was den Full Life Cycle widerspiegelt und das bei der gesamten Produktepalette. Diese Möglichkeit haben andere Mitbewerber nicht, die z.B. mit ClimatePartner arbeiten, nur schon aus Kostengründen.

Robert: Grundsätzlich sind wir in vielen Bereichen Vorreiter und Marktleader und die anderen Unternehmungen orientieren sich sehr stark an unserem Handeln. Bei amfori BSCI haben wir mittlerweile seit Jahren einen aktiven Sitz, im Jahr 2017 haben wir mit myclimate begonnen und sind der einzige Anbieter in diesem Bereich, welcher mit einer Schweizer Institution arbeitet. Das Ganze runden wir mit unserem EcoVadis-Platinrating ab. Somit bekommt der Kunde eine komplett nachhaltige Wertschöpfungskette bis vor seine Haustür.

Was sind eure Ziele im Bereich Nachhaltigkeit für die Zukunft?
Maja:
Einerseits haben wir dieses Tool, welches wir aktiv nutzen. Wir planen aber noch für dieses Jahr eine Ecocard. Diese soll dem Kunden bereits auf unserer Homepage aufzeigen, wie nachhaltig ein Produkt ist. Auch hier haben wir den Anspruch, dass diese faktenbasiert ist, und deshalb arbeiten wir mit einer Beratungsfirma mit entsprechendem Know-how zusammen. Weiter haben wir auch einen Nachhaltigkeitsbericht, den wir nach GRI-Standard erstellt haben. Aufgrund unserer Unternehmensgrösse sind wir nicht dazu verpflichtet einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen, aber er hilft uns, konkrete Ziele zu definieren und zu verfolgen. In Zuge dessen schauen wir noch mehr darauf, dass wir nachhaltige Produkte verwenden, auch intern, und unseren eigenen CO2-Ausstoss weiter reduzieren. Zudem möchten wir unsere Kunden noch mehr zum Thema sensibilisieren. Mittlerweile haben wir auch einen Firmenslogan «Gemeinsam nachhaltig Emotionen kreieren.» Gemeinsam heisst für uns unter anderem, dass wir ab September ein Projekt starten, bei dem wir die Mitarbeitende noch mehr miteinbeziehen. Sie sollen aktiv an neuen Ideen mitarbeiten.

Robert: Diese Initiative hilft, den Kunden die passenden Produkte bieten zu können. Denn ich im Verkauf spüre den Markt besser als Personen im Einkauf etc. und sehe z.B., dass ein Produkt auf den ersten Blick zwar nachhaltig erscheint, aber in der Realität eine sehr kurze Lebenszeit hat und dann weniger nachhaltig ist als ein Produkt, welches im anfänglichen Vergleich schlechter abschnitt. Es ist wichtig, dass auch wir im Verkauf uns damit auseinandersetzen, weil wir den direkten Kontakt zu den Kunden haben und den Kunden somit transparent beraten können.

Robert, wenn du dich bei einem neuen potenziellen Kunden gegen die anderen Mitbewerber durchsetzen willst, wie gehst du das an?
Robert:
Ich informiere mich über das Unternehmen und schaue, worauf der potenzielle Kunde Wert legt. Ich setze mich mit der Thematik des Unternehmens auseinander und erörtere wo dessen Bedürfnisse liegen. Diese Informationen nutze ich dann in meiner Argumentation für eine Zusammenarbeit mit uns. Natürlich ist schlussendlich auch der Preis ausschlaggebend, wobei das nie im Fokus liegt, da der Kunde ganz andere Vorteile hat, wenn er mit uns arbeitet. Trotzdem ist unsere Offerte nicht immer die günstigste und dennoch erhalten wir meistens den Auftrag, denn ich kann den Kunden versichern, dass unsere Produkte gute Qualität haben, er durch unser Handeln einen Mehrwert gegenüber seinen Kunden und Mitarbeitenden hat und die Produkte lange nutzbar sind.

In welchem Umfang arbeitet ihr mit EQUANS zusammen und welche Vorteile bringt EQUANS die Zusammenarbeit mit euch?
Robert:
Wir übernehmen das komplette Merchandising und die professionelle Berufsbekleidung in Form eines Outsourcings. Die einzelnen Standorte haben ein individuelles Login und können autonom bestellen, somit wird für EQUANS der Aufwand gering gehalten. Wir prüfen die Meldebestände, verhandeln die Preise mit unseren Produzenten und stellen sicher, dass die Ware nie ausgeht. Wir arbeiten transparent, damit die Kunden ein Vertrauen zu uns aufbauen und wir eine Partnerschaft aufbauen können, die nicht so leicht zu durchbrechen ist.

Maja: Die Grösse ist bestimmt ein Vorteil. Wir haben die nötigen Ressourcen sowie das Know-how, übernehmen immer wieder eine Pionierrolle und wir sind schon lange auf dem Markt. Ein Betrieb mit 10 Mitarbeitenden kann natürlich nie denselben Aufwand betreiben wie wir, was das Gesetzliche und Nachhaltige angeht.

Robert:  EQUANS Schweiz profitiert von einer soliden Unternehmensstruktur und unserem professionellen Vorgehen. Zudem geben wir dem Kunden eine gewisse Sicherheit, weil die Produkte am Anfang der Wertschöpfungskette durch amfori (BSCI) auf soziale Verträglichkeit geprüft werden. Später in der Produktion werden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Prüfinstituten wie SQTS die sicherheitsrelevanten Punkte geprüft. So bekommt der Kunde ein Produkt, welches zu 100% auf dem Schweizer Markt zugelassen ist und ohne Bedenken abgegeben werden darf. Das nehmen wir sehr genau.

Autorin

Fabienne Geiger

Content Managerin